Mich beschleicht da eh so ein ungutes Gefühl, dass vom dummen Volk wieder so eine Art Obrigkeitsdenken erwartet wird. So wie früher zu Zeiten meiner Großmutter, als man dem Dorfpfarrer, dem Richter, dem Bürgermeister usw. usf. huldigen und gehorchen mußte. Ich erlaube mir, Menschen an ihrem Charakter, falls sie überhaupt einen haben, festzumachen. Ich glaube nicht, dass ich einem Staatsanwalt, der sich unter der Woche als moralische Instanz aufspielt und sich am Wochenende von einer Domina den Tauchsieder ins Arschloch rammen lässt, huldigen muss, um es wieder einmal überspitzt zu sagen.

Was von Moralaposteln zu halten ist, hat uns unser Verbraucherschutzminister gezeigt, der in seinem Wahlkampf in Bayern den untadeligen Familienvater raushängen ließ, sich zeitgleich in Berlin eine Geliebte hielt und dumm genug war diese Dame auch noch zu schwängern.Nur Ein weiteres Beispiel für die doppelte Moral unserer Volksvertreter.
Aber scheinbar gehört diese Verlogenheit, die von den Betroffenen als solche schon gar nicht mehr wahrgenommen wird zum politischen Handwerk. Nach unten treten und nach oben schleimen ist das Rezept, um in dieser Gesellschaft und in der Politik insbesondere Karriere zu machen. Wenn es jemand anders herum probiert, wird er vom Hof gejagt, wie das Beispiel der Frau Pauli zeigt. Ich habe höchsten Respekt vor dieser Frau, dass sie sich, trotz aller Widerstände und Gerüchte um sie, auf dem Parteitag der CSU 2007 für die Wahl der Parteivorsitzenden gestellt hat, obwohl sie nie eine Chance hatte. Als Fazit kann man ziehen : wer in einem Haufen voller hinterfotziger und hinterwäldlerischer Heuchler eine Offenheit wie Frau Pauli an den Tag legt, begeht politischen Selbstmord.