Falls es jemand noch nicht bemerkt haben sollte, es ist heute immer noch so, dass man das richtige Parteibuch haben muss und sich im richtigen Verein und der Kirche präsentieren, um in diesem Land zu etwas zu kommen.

Wer sich dieser Schauspielerei und Falschspielerei nicht hingibt, um des persönlichen Erfolges Willen ist doch von vornherein eine dubiose Gestalt und wird mit äußerster Skepsis beäugt, während dem Pfaffen, der seine Ministranten in den Arsch fickt, ein vorbehaltloser Vertrauensvorschuss entgegen gebracht wird. Und selbst wenn die ganze Geschichte auffliegt genießt dieser „Würdenträger“ immer noch ein höheres Ansehen als der „geistige Freiheitskämpfer“.
Das ganze verfilzte und korrupte System bremst sich damit selber aus.
Wenn nicht danach geurteilt wird, ob jemand die Kompetenz und den Arbeitseifer zum Ausfüllen einer Beamtenstelle mitbringt, sondern danach, ob jemand den etablierten Parteien angehört und sich in oben beschriebenen Bereichen engagiert und wen er kennt und mit wem er privat verkehrt, dann hat das nichts mit Chancengleichheit zu tun, sondern mit Diskriminierung.

Ich vertrete ja die Meinung, dass sich hier nichts ändern wird, bevor nicht alles wieder in Schutt und Asche liegt, weil unsere narzisstische Führungsriege überhaupt kein Bewusstsein und Gespür dafür hat, was richtig und falsch und für den Bürger zumutbar ist.
Da wird von Globalisierung geredet und selbst verharrt man in Vorstellungen, die in die 60er oder 70er Jahre passen würden. Man muss doch einfach einmal zur Kenntnis nehmen, dass in der heutigen Zeit durch Computer und Roboter ein völlig anderes Gefüge, was Arbeit betrifft, vorhanden ist. Die Wirtschaft braucht nicht mehr so viele Leute, dass man eine Vollbeschäftigung erreicht.
Dies funktionierte nicht einmal in den 50er Jahren  als die Wirtschaft brummte und das Land neu aufgebaut werden musste. Man muss sich überlegen, ob man solche Spielchen weitertreiben will, dass man Teile der Bevölkerung als „faule Schweine“ diskreditiert und diesen allerlei Schikanen beschert, um anschließend einen Grund zu haben, ihnen das wenige Geld, dass man ihnen gibt zu kürzen oder ganz zu versagen, oder ob man besser ein Bürgergeld einführt und diese Leute, schon alleine des sozialen Friedens Willen, wieder in die Gemeinschaft integriert und somit das Feindbild des „Sozialparasiten“ ad acta legt.

Nur lässt das Wahlprogramm der CDU/CSU für die Bundestagswahl 2009 nicht darauf schließen, wann eine staatlich verordnete Zwangsarbeit für Hartz-IV-Empfänger in das Wahlprogramm mit einfließen soll. Diese Maßnahmen sollen den Druck auf die Betroffenen erhöhen sich eine Arbeitsstelle zu suchen.
Man darf fragen, wo sie die finden sollen, vor allem in Krisenzeiten, die von den gierigen Superreichen dieses Landes überhaupt erst herbeigeführt wurden. Wenn dann die Opposition diesen Herrschaften ans Portmonee will finden die „Christlichen“ zig Gründe dies nicht zu tun.
Weshalb gilt da nicht in erster Linie das Verursacherprinzip und was spricht dagegen, dass Menschen, die von diesem System Jahre oder Jahrzehnte profitiert haben einen höheren Beitrag zu leisten haben als das gemeine Volk. So etwas nennt sich Solidargemeinschaft. Eine Vokabel, die wohl im Wortschatz der heutigen Politikergeneration nicht mehr vorkommt. Auch darüber könnte man einmal nachdenken, bevor man die Ärmsten Repressalien spüren lässt, die niemandem etwas Böses getan haben und nur arbeitslos sind.

Nun fordert auch noch der Berliner Spitzenkanditat der FDP eine 30 % ige Leistungskürzung bei Hartz-IV und gleichzeitig einen Arbeitsdienst. Mich erinnert das an andere Kulturen, wo Ungläubige als Schweine betrachtet werden. In unserer Kultur werden die Ungläubigen durch die Arbeitslosen ersetzt. In diesem Sinne: viel Spaß mit einer bürgerlichen Regierung (CDU/CSU und FDP).

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass den Nazis hier der Boden bereitet werden soll. Ich bin mir auch sehr sicher, dass nicht wenige unserer heutigen Politiker auch in diesem System Karriere machen würden.  Deshalb habe ich auch kein Problem damit viele von unseren Volksvertretern als intrigante und karrieregeile Charakterschweine zu bezeichnen. Da ist nicht zu erkennen, dass jemand Standpunkte vertritt und ein Rückgrat hat.

Nein, es kommt so rüber, dass nach gusto entschieden wird und immer zum Vorteil derer, die sicherlich am Wenigsten Hilfe brauchen und sich jeden Platz der Welt als Domizil aussuchen können.

In diesem Land wurde mittlerweile eine Atmosphäre von Herrschen und Dienen geschaffen, die immer weiter voran getrieben wird, statt dass man sich  bemüht diesen Keil aus der Gesellschaft herauszuziehen.